Aroma-Praktik
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Aromatische Anwendungen begleiten Menschen seit tausenden von Jahren in allen Kulturen: als Räucherungen, zur Schönheitspflege, für Rituale aller Art, in der Volksheilkunde, zur Raumbeduftung oder als Aromatisierung von Speisen. In unserer modernen und umtriebigen Zeit stellt uns das Pflanzenreich noch immer seine sich stets erneuernden Kräfte zur Verfügung, die wir zur Erhaltung unserer Balance verantwortungsvoll nutzen können. Marta Micik hat sich durch zahlreiche Ausbildungen dieses Wissen angeeignet und bietet seriöse Aromaberatung mit ausschließlich natürlichen Ölen. Die Wirkungsweise ätherischer Öle ist inzwischen auch in der Forschung belegt. Sie ergänzt sich mit anderen Anwendungen in der ganzheitlichen Gesundsheitsvorsorge! Zum Angebot von Marta Micik zählen: Aroma-Beratung Aroma-Wohlfühlanwendungen Aroma-Workshops Kinder-Duftnachmittage Raumbeduftung für therapeutische Praxen, Schulen, Kindergärten,... Wie sind Sie zur Aromapraxis gekommen?Düfte und Kräuter begleiten mich schon mein ganzes Leben. Die Anfänge waren im leidenschaftlichen Kochen als Teenager mit den extravagantesten Würzkompositionen, Lange Aufenthalte an Kroatiens Küste prägten mir die Düfte des dort allgegenwärtigem mediterranem Rosmarin, Lavendel und der Pinien ein. Aus zunächst laienhaftem Interesse an Düften und Naturkosmetik wurde mehr. Es entstand später ein eigenes Geschäft für Naturkosmetik und ätherische Öle. Die ersten Fachseminare und Literatur führten mich zur Duftwerkstatt von Monika Schöndorfer, von der ich einige Jahre viel lernen durfte. Die Aromapraxis-Ausbildung bei AIDA International, Eliane Zimmermann, vertiefte und bereicherte meine Aromakenntnisse um Vielfaches. Mein Interesse für komplementäre Methoden, verschiedene Ernährungsrichtungen und Kräuterheilkunde fließt in meine jetzige Aromapraxis-Tätigkeit mit ein. Vertiefende Seminare und Fachliteratur sowie Austausch mit KollegInnen halten die Aromatätigkeit aktuell. Macht es tatsächlich Sinn, ätherische Öle in der Gesundheitsvorsorge einzusetzen?Ätherische Öle, fette Öle, feste Fette und Hydrolate übernehmen als Team und alleine eine wichtige Aufgabe in der körperlich-seelischen Gesundheitsprophylaxe- und Erhaltung. Als natürliche chemische Vielstoffgemische beeinflussen sie Vorgänge an den Zellmembranen sowie das Verhalten von Viren und Bakterien. Besonders in Jahreszeitenwechsel können Krankheitserreger rechtzeitig in Schach gehalten werden. Die Abwehr- und Schutzmechanismen der Duftstoffe in den Ursprungspflanzen können wir für uns nutzbar machen. Ätherische Öle gelangen durch das Riechen oder Anwendungen über die Haut ohne Belastung des Verdauungsapparates schnell in unser Körpersystem, aus dem sie über Atmung, Ausscheidungen und Schweiß nach getaner „Arbeit“ wieder entlassen werden. Bei richtiger Dosierung und der Verwendung qualitativ hochwertiger Öle und Beachtung einiger Grundregeln für die Anwendung sind selten Nebenwirkungen oder Reizungen zu beobachten. Bei Medikamentation ist die Absprache mit dem behandelnden Arzt natürlich erforderlich. Fette Öle pflegen und nähren von Innen und Außen durch fettlösliche Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, wertvolle gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Sie unterstützen unsere Haut in ihren natürlichen Funktionen und sind ua wichtig für den Aufbau und Erhalt unserer Nervenzellmembranen. Gerade bei langwierigen Hautirritationen und chronischen Beschwerden bieten ätherische Öle die Möglichkeit von aktiver und eigenverantwortlicher Ergänzung zu bekannten Therapieformen. Angenehme Düfte unterstützen als Stimmungsaufheller in vielen Fällen eine schnellere Genesung und fördern bei Stimmungsdisbalancen Ausgleich und Wohlbefinden. Gibt es Unterschiede in der Qualität von ätherischen Ölen?Im Handel werden ätherische Öle unterschiedlichster Qualität angeboten. Seit Anfang Juli 2000 fallen ätherische Öle und Aroma-Stoffe unter die europaweite Gefahrstoff-Verordnung. Öle und Mischungen mit einem Anteil von mehr als 10% Terpenen müssen mit einem Xn und R65 gekennzeichnet sein und sollten die Zusatzaufschrift tragen „ gesundheitsschädlich, kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen. Beim Verschlucken kein Erbrechen herbeiführen. Sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder dieses Etikett vorzeigen. Vor Kindern sichern.“ (aus Öle in der Pflege, Dietrich Wabner, Schriftenreihe etherische Öle für Therapie, Kosmetik und Parfümerie), 5( 2008))- Um tatsächliche Lungenschäden und gesundheitsschädigende Auswirkungen zu erleben, müsste man Unmengen an ätherischem Öl verschlucken oder auf den Körper auftragen, was niemand hinsichtlich der oft intensiven Düfte vorsätzlich tun würde. Bei sachgemäßer Handhabung und im Normalfall richtiger Dosierung tritt obiger Fall nicht ein. Darüberhinaus ist dieser vorgeschriebene Vermerk KEIN Hinweis für die Qualität eines ätherischen Öles. Bei Fällen über angebliche Vergiftungen oder Gesundheitsschäden ist differenziert zu hinterfragen, wie alt das Öl schon war (war es bereits oxidiert ?) von welchem Hersteller, welche Anwendungsform und Dosierung wurde gewählt und war es das richtige Öl für die jeweilige Indikation? Besondere Vorsicht gilt hier für Teebaumöl, das sehr schnell unter Lufteinfluss oxidieren kann, für Citrusöle und bereits länger angebrochene zitronig duftende Gräseröle wie zB Litsea oder Leomngras.
Diese vielen Angaben finden meist nicht Platz auf der sichtbaren Seite, deswegen haben einige Anbieter aufrollbare Klebetiketten auf den Fläschchen. Es sind oft Fälschungen und Verschnitte mit ähnlich duftenden Ölen oder synthetischen Duftstoffen im Umlauf. Besonders bei Rosenölen, Melisse wird zB oft mit ähnlich citronig oder rosig duftenden Ölen wie Citronellagras, Rosengeranie, Palmarosa oder synthetischen Ölen gestreckt. Auch Lavendelöle können mit synthetischem Linalyacetat bereits bei der Herstellung „aufgebessert“ sein oder mit Lavandin gestreckt. Ganz eindeutig lässt sich die Reinheit und Inhaltsstoffzusammensetzung von ätherischen Ölen durch aufwendige Gaschromatographische Analysen (GC) und Massenspektrometer (MS) feststellen. Um Fälschungen besser auf die Spur zu kommen werden Enantiomeren-Messungen verwendet. Gerade Beimischungen von synthetischen Duftstoffen können Atemwegsreizungen, Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen hervorrufen. Oft erkennt man auch am „nicht so angenehmen oder nicht runden Geruch“ ein minderwertiges oder künstliches Öl. Der Einkauf bei vertrauenswürdigen Anbietern naturreiner Öle und/oder in Geschäften mit kompetenter Beratung ist empfehlenswert. Die Preisgestaltung ist abhängig vom Ernteaufwand (zB aus ca 4000 kg Rosenblüten entsteht ca 1 Liter Rosenöl – Mengenangabe aus Eliane Zimmermann, Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe, 3. Auflage), Anbauart, Werbeaufwand der Firma, Transportkosten, Verpackung (zB Violettglasflaschen sind teurer als Braun- od Blauglasfläschchen). Von Angeboten wie € 3,-- für 10ml Rosenöl ist abzuraten, da es sich für diesen Preis nicht um reines destilliertes Rosenöl handeln kann. Andererseits hat nicht unbedingt das teuerste Öl die beste Qualität. Apotheken führen ein Ölangebot nach österreichischem und/oder europäischem Arzneibuch ( ÖAB, Ph.Eur), wonach die hierin angeführten ätherischen Öle eine einheitliche Struktur aufweisen müssen, um in ihrer Wirkung im menschlichen Körper und ihrer chemischem Struktur diesem zu entsprechen und als Therapeutikum bzw Arzneimittel zugelassen zu sein. Gerade aber die winzigsten Spuren von Inhaltsstoffen sind für den runden Duft und die besondere Wirkweise ätherischer Öle verantwortlich. Jede Ernte fällt mit Ihren Inhaltsstoffen unterschiedlich aus, bedingt durch Witterung und Bodenbeschaffenheit. Viele Apotheken bieten inzwischen zusätzlich auch Öle von namhaften Firmen an, die dann aber nicht im ÖAB angeführt sind und auch keine therapeutisch relevanten Angaben gemacht werden sollen, oder auf dem Etikett stehen dürfen. Auf Beratung und Transparenz darf als Laienanwender Wert gelegt werden. Auch die Frage nach dem Alter der Öle bzw der Lagerzeit kann und soll man sich erlauben., insbesondere bei Teebaumöl – das sehr schnell oxidieren und dann Hautreizungen auslösen kann. Als frisches und reines Öl ist es jedoch bei sachgemäßer Anwendung äußerst hautverträglich. Ätherische Öle haben unterschiedliche Haltbarkeitszeiten. Beim Kauf kann man auch nach einem Fläschchen aus dem Lager verlangen, denn durch ständigen Lichteinfluss, dauerndes Öffnen – falls keine Tester vorhanden sind – Temperatureinflüsse durch Schiebetüren neben den Ölregalen, zerfallen die Moleküle rekativ schnell, sie oxidieren und ihre wohltuenden Eigenschaften kehren sich in mögliche Hautreizungen. Welche Erfahrungen haben Sie bei Ihrer Arbeit mit Kindern gemachtMeistens reagieren Kinder auf den Kontakt mit ätherischen Ölen, Hydrolaten und fetten Ölen ziemlich offen und begeistert. Ich lerne selbst jedes Mal von den Kindern in den Duft-Workshops und staune über ihre „reife“ Duftauswahl. Die nonverbale Kommunikation durch die Düfte kann wertvolle Unterstützung sein zb bei der Lernbegleitung zur Konzentrationsförderung, im Alltagsdasein zur Beruhigung und Ausgleich oder Anregung. Kinder mögen es, wenn sie selbst mischen können und nach Anleitung eigenverantwortlich ihren Ölmischungen in Form von kleinen Rollern, zum Baden oder Massieren, umgehen. Mit Farben und Geschichten können einprägsame und stärkende Verbindungen zu Umwelt- Natur- und Lebensthemen geknüpft werden. Besonders beliebte Öle sind zB Mandarine rot, Vanille-Extrakt, Orange süss, Zitrone, Bergamotteminze. Regelmäßige Anwendungen sind für wahrnehmbare Veränderungen sinnvoll. Mit Öl beträufelte Duftsteine am Schreibtisch oder Raumsprays unterstützen die Lernkonzentration´, helfen Schul- und Prüfungsängste abzubauen und zu entspannen. Auch als Idee bei Geburtstagen in Form von Duftspielen sind ätherische Öle bei Kindern willkommen. Irritierte Teenagerhaut nimmt selbst zusammengestellte Hautpflegeprodukte mit natürlichen Ölen meist recht dankbar an. Sie wirken ausgleichend, trocknen nicht zusätzlich aus durch Alkohole oder synthetische Konservierungsmittel. Auch die neue hormonelle Situation in der Pubertät kann ausgleichend beeinflusst werden. Der Übergang in Entwicklungsphasen kann gut durch Öle unterstütz werden.
Wird Aromapraxis/Therapie wissenschaftlich diskutiert oder ist das eher ein Feld, das gut riecht und mehr steckt nicht dahinter?Zu ätherischen Ölen und deren Wirkweisen wird weltweit st ca zwei Jahrhunderten bis heute geforscht. Nimmt man die „Menschenerfahrung“ im Umgang mit aromatischen Stoffen dazu, finden sich ca 5000 Jahre oder mehr zusammen. Die älteste gefundene Destillieranlage datiert ungefähr in diese Zeit zurück. Inzwischen existieren international einige tausend wissenschaftliche Studien zu ätherischen Ölen. Im klinischen Bereich werden ätherische Öle ua zur Aromapflege, im prä- und postoperativen Bereich, zur Verringerung von Strahlenschäden, im Palliativ-Care, Hospiz, Wundmanagement eingesetzt. Europa- und österreichweit ist der Einsatz von ätherischen Ölen, insbesondere für die Aromapflege, in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Hospizen im täglichen Ablauf integriert. Dies fördert eine gesunde Arbeitsatmosphäre, erhöhte Pflege- und Lebensqualität für Patienten und Pfleger. Neben vielen anderen Wirkweisen sind die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften verschiedener Inhaltsstoffe ätherischer Öle durch firmen- und produktunabhängige Studien deutlich belegt. Beispielsweise sind Inhaltsstoffe ( wie 1,8 Cineol) aus Myrtengewächsen, (Eukalypten, Teebaumöle, Myrte) und ihr positiver Einfluss bei Erkrankungen der oberen Atemwege, die schmerzstillenden/antiviralen Eigenschaften der Pfefferminze, antivirale Eigenschaften der Melisse sowie Thymol aus Thymian-Chemotypen gut erforscht. Zu Antibiotikaresistenzen (Ute Runkel 2003) und MRSA/VRE konnte auch ein deutlich positiver Einfluss gezeigt werden (Warnke et al. 2005/2006, Uni Kiel, Harkenthal/Reichling et al. 1999). Die Riechforschung hat ergänzend die Nase vorn und Spannendes herausgefunden. Das Labor vom international bekannten Duftforscher Prof. Dr. Hanns Hatt (Professor für Zellphysiologie, Ruhr-Universität Bochum) entdeckte im Rahmen von Forschungsarbeiten im Jahre 2003/2004 Riechrezeptoren in Nase und Spermien dieselben Riechrezeptoren vorhanden sind, die auf Maiglöckchenduft reagieren. Inzwischen wurden auch in anderen Körperregionen Riechrezeptoren gefunden. Selbst wenn ätherische Öle NUR „gut riechen“ würden, wäre das schon viel, denn die Duftmoleküle erreichen innerhalb von 0,2 sec in einem komplexen Riechvorgang unser Limbisches System, Hippothalamus und Hippocampus, wichtigste Schaltzentralen für unsere Nervensysteme und Hormonsteuerung. Hier setzen sich über die durch Nervenenden der Riechsinneszellen in der Riechschleimhaut weitergeleiteten elekrischen Impulse Emotionen und Bilder frei. Auch zur Lernförderung kann übers Riechen positiv eingewirkt werden.
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